Der altpaläolithische Fundort Battenberg und andere altpaläolithische Fundorte

Artefaktbeispiele

Battenberg
Schmitshausen
Bliesgau
Mauer




Artefaktbeispiele von Battenberg

Typologische Merkmale - Abschläge
Abschläge sind gezielte Loslösungen von einem größeren Stein oder einem präparierten Kern nach verschiedenen Verfahren, um ein Rohstück zu erhalten, ein Rohstück zu formen, um die Abschläge ohne Modifikation direkt als Werkzeug oder als Halbfabrikat zur weiteren Bearbeitung und Umformung zu benutzen. Kleinere Abschläge, Absplisse oder Flips entstehen durch formgebende oder funktionale Retusche. Typische Merkmale für Abschläge können sein: Bulbus, Radialstrahlen, Schlagflächenrest der ehemaligen vollständigen Schlagfläche, Schlagkegel, Schlaglippe, Schlagnarbe, Schlagpunkt, die aber bei Quarzitsandstein oftmals schwer erkennbar sind, nur teilweise oder überhaupt nicht auftreten. Hinzu kommt die Unterscheidung der Oberflächen in Ventral- (Trennfläche vom Kern) und Dorsalfläche (Rück- oder Außenseite, oftmals mit Rinde). Trümmerstücke, Frostabsprünge oder Sprengstücke zählen nicht zu den Abschlägen, da sie nicht gezielt, sondern zufällig oder durch natürliche Vorgänge entstanden sind. Erfolgt die Lagebezeichnung der Seitenkanten von Ventralseite aus, liegt die rechte Seitenkante, von der Dorsalseite aus betrachtet, links.


Text? 97 Abschlag
Dorsalseite mit mehreren Abschlagnegativen, dünne basale Dorsalseite mit Aussplitterung durch Abschlag, dicke und steile Terminalkante. Maße: 18,0 x 13,7 x 3,5 cm. Gewicht: 690 g


Typologische Merkmale - Cleaver
Cleaver, auch Spalter, Spaltkeil, Breitkeil oder Hackmesser genannt, haben eine V- oder U-förmige Gestalt und wurden aus Abschlägen von Kernen oder Trümmerstücken hergestellt und zählen nach Fiedler zu den Faustkeilen mit breiter Schneide, wobei es Übergänge zu den normalen Faustkeilen gibt. Die breite, axt- oder beilähnliche Schneide, die quer oder leicht schräg zur Längsachse verläuft, besteht meist aus einer Trennfläche und einer natürlichen Fläche, die entweder nicht oder sekundär bearbeitet und lediglich durch einen oder wenige Abschläge grob geformt wurde. Das Gerät wurde vermutlich zur Holzbearbeitung eingesetzt.


Text? 5 Cleaver
Sandsteinquarzit, Breitabschlag, klingenförmig. Auf der Dorsalseite, im rechten Drittel, ist der Höhepunkt der Wölbung. Von hier fällt die Dorsalseite zur rechten bearbeiteten Lateralkante steil ab, während sie zur linken retuschierten Lateralkante flacher ausläuft, die hier den Eindruck einer Schaberkante macht. Die Schneide befindet sich am Terminalende, die Basis ist ausgedünnt, retuschiert mit schneidenartigem Charakter. Maße: 11,5 x 5,8 x 3,5 cm. Gewicht: 236 g


Typologische Merkmale - Chopping-tools
Chopping-tools sind Geröllgeräte oder Stücke, deren Schneide von beiden Seiten her alternierend zurechtgeschlagen, oft zickzackförmig und daher schärfer als bei den Choppern ist. Sie eignen sich zum Hacken, Schlagen, Schneiden, Sägen oder Schaben. Sie gelten als Vorläufer der Faustkeile.


Text? 36 Chopping-tool
Flach-ovaler grauer Geröllstein, die Basis zeigt mit ihrer Narbung deutliche und tiefe Schlagspuren, an den Seiten vereinzelt, wobei auf einer Seite eine Schlagnarbe entstand. Maße: 6,6 x 6,4 x 3,5 cm. Gewicht: 188 g


Typologische Merkmale - Chopper
Chopper oder Hackmesser sind einseitig abgeschlagene Gerölle oder Abschläge mit einer Loslösung oder mehreren groben Abschlägen auf einer Seite, die eine Schneide bilden. Sie waren zum Schneiden und Hacken geeignet, ihre scharfen Absplisse zum Schneiden. Zusammen mit den Chopping-tools werden sie auch als Geröllwerkzeuge (Pebble-tools) bezeichnet. Die ältesten Geräte sind in Afrika 2,6 Millionen Jahre alt und stehen am Anfang der menschlichen Kultur.


Text? 37 Chopper
Geröllstein, die Abschläge befinden sich an der Schmalseite des Gerölls, oben Schlagspuren, evtl. durch Verwendung als Schlagstein. Maße: 7,3 x 5,0 x 3,6 cm. Gewicht: 166g




Typologische Merkmale - Amboß
Ambosse dienen als Unterlage zur Herstellung von Abschlägen und Steingeräten, die durch verschiedene Schlagtechniken gewonnen werden. Bei der Ambosstechnik (Clactontechnik), wird das Stück direkt gegen den Amboß geschlagen und kann dann auf der ebenen Fläche des Ambosssteines weiter bearbeitet werden, während bei der Gegenschlagtechnik die Bearbeitung des Gegenstandes auf dem Amboss mit hartem oder weichem Schlag, also durch Schlagstein oder Schlegel aus Knochen, Geweih oder Holz erfolgt. Damit ist für den altpaläolithischen Steinschläger der Amboss als Schlagunterlage ein vielseitig verwendbares Arbeitsgerät. Auf ihm konnten Geröllstücke und Knochen gespalten oder zertrümmert, Abschläge gelöst, die Form eines Stückes gestaltet und durch Retuschen weiter bearbeitet werden. Daraus wird deutlich, dass der Amboss keine einheitliche Form haben kann, sondern je nach Zweck eine horizontale flache oder leicht gewölbte Aufschlagfläche besitzt oder es sind die Arbeitskanten, auf die es ankommt, dann wird der Amboss so ausgerichtet, dass auf einer horizontal stehenden Kante die weiter Bearbeitung erfolgt.


Text? 756 Amboß
Abschlag/Naturstück? Bei diesem Amboß bildet die schmal zulaufende leicht unregelmäßige halbrunde Kante von etwa 180° die einzige Arbeitskante und weist insgesamt nur drei Flächen auf: eine Standfläche und zwei seitlich bearbeitete Oberflächen, die in der Arbeitskante mit Arbeitsspuren münden. Alle Flächen zeigen eine hell- bis dunkelbraune Patina sowie Korrosionsspuren, wobei die Unterseite stärker zersetzt ist. Die stark korrodierte Unterseite hat alle evtl. vorhandenen Arbeitsspuren zerstört und lässt daher keine Rückschlüsse auf eine Verwendung als flache Ambossseite zu, wenn der Amboß mit seiner gerundeten schmalen Seite von 23 cm Höhe vertikal im Boden befestigt wurde. Ein Absprung an einer Ecke könnte ein Hinweis auf diese Art der Verwendung sein. Maße: ca. 23,0 x 37,0 x 12,5 cm. Gewicht: 8 000 g




Typologische Merkmale - Gezähntes Gerät
Gezähnte Stücke zeichnen sich durch eine Kante mit zwei oder mehr Zähnen aus, die sehr grob oder auch klein sein können. Daher können kleine Stücke auf Grund ihrer feinen Struktur eine größere Anzahl von Zähnen aufzeigen als größere. Sie dienten vermutlich dem spanabhebenden Verfahren (Sägen) von organischen Materialien. Es bieten sich Pflanzen (Kräuter), Gräser (Seile, Matten), dünnere Äste (Körbe) oder Früchte mit festen Schalen an. Die gezähnte Kante kann aber auch eine schneidende Wirkung haben (Trennverfahren), ähnlich einem Wellenschliffmesser. Die Ansprache als gezähntes Gerät umfasst daher beide Einsatzmöglichkeiten.


Text? 21 Gezähntes Gerät
Abschlag, zinkenartige Form zur terminalen Spitze, linke Kante gerade gezähnt, zerstörter Schlagflächenrest. Maße: 9,1 x 5,7 x 1,8 cm. Gewicht: 78 g


Text? 56 Gezähntes Gerät
Blattförmiger Abschlag. 1 Kante ist regelmäßig gezähnt, 2. Kante retuschiert. Maße: 8,7 x 4,7 x 2,6 cm. Gewicht: 68 g


Typologische Merkmale - Haustein
Hausteine (Hiebgeräte) zeichnen sich allgemein durch ein hohes Gewicht von oft mehreren Kilogramm aus und mussten teilweise mit zwei Händen geführt werden. Mit ihnen konnte man dicke Knochen von Großsäugern zerschlagen, um an das nahrungsreiche Knochenmark zu gelangen oder größere Quarzitsandsteinblöcke in handliche Stücke zerlegen. Dazu genügten Rohsteine entsprechender Größe und Gewichts, die unbearbeitet oder nur wenig geändert zum Spalten, Schlagen oder Hacken geeignet waren. Kleine Hausteine mit geringerem Gewicht erfüllten sicher andere Aufgaben, wobei das Aufschlagen hartschaliger Früchte oder das Zerkleinern von Vegetabilien denkbar ist. Hausteine haben eine andere Funktion als die meist rundlichen etwa faustgroßen Klopf- oder Schlagsteine, die unter anderem bei der Werkzeugherstellung beim direkten Schlag Stein auf Stein oder indirekt mit Zwischenstück verwendet wurden.




Text? 175 Haustein
Größter und schwerster Abschlag. Die große, leicht konvexe glatte Ventralseite zeigt auf der linken Seite einen Bulbus und am schmaler werdenden Terminalende einen Abbruch. Die Basis geht in einem Winkel von etwa 45° in die Dorsalseite über, die durch große konkave Abschlagnegative geprägt ist. Unklar ist, ob auch die Basis als Schlagfläche diente. Die kurze, schmale, beilartige Terminalkante mit 2 Buchten zeigt Arbeitsspuren. Die ganze Masse des Hausteins würde bei einer Schlaganwendung voll auf die schmale Kante wirken und ihm eine große Wucht verleihen und damit der Wirkung eines Beiles oder einer Axt nahe kommen. Maße: 34,0 x 21,0 x 10,8 cm. Gewicht: 6 800 g


Typologische Merkmale - Kernstein
Sobald von einem Vollkern ein Zielabschlag erfolgt, befindet er sich im Stadium des Abbaus. Daher werden Kerne oder Kernsteine, die eine Bearbeitung und beginnenden Abbau zeigen, auch als Abbaukerne bezeichnet. Von ihnen sind noch weitere Abschläge möglich. Auf dem Battenberg sind es vorwiegend unregelmäßige diskoide Kerne, von denen ohne feste Regel und ohne festgelegte Schlagfläche Abschläge abgebaut wurden. Diese Technik wurde noch im späten Mittelpaläolithikum angewendet und unterscheidet sich dadurch deutlich von den zielgerichteten präparierten späteren Levalloiskernen, deren Merkmal es war, Abschläge von möglichst gleichmäßiger Dicke und annähernd vorherbestimmbaren Umrissformen zu gewinnen.


Text? 76 Kernstein
Ausgehend von der ebenen Grundfläche erfolgten fast ringsum Abschläge. Die im Winkel von 90° geneigte Gegenfläche diente als zweite Schlagfläche für kurze Abschläge. Es handelt sich somit um einen bidirektional abgebauten Kern, eine Abbautechnik, die erst im Jungpaläolithikum häufiger vorkommt. Maße: 9,0 x 9,0 x 9,0 cm. Gewicht: 900 g


Typologische Merkmale - Klinge
Klingen sind Abschläge die doppelt so lang wie breit sind, annähernd parallele Kanten haben und als Halbfabrikate weiter bearbeitet werden können. Es sind wohl mehr oder weniger Einzelstücke, die im Gegensatz zur jungpaläolithischen Klingenindustrie keine serienmäßige Herstellung erkennen lassen. Die ungefähre Form war ausreichend für den gewünschten Zweck. Die Klingen sind grob und kräftig, sicher auch bedingt durch den verwendeten Sandsteinquarzit, der feinere Klingenabschläge kaum zulässt.


Text? 54 Klinge
Diese Klinge ist ein Mehrzweckwerkzeug. Die terminale Kante besitzt eine ventral retuschierte Bucht, die auf der rechten Dorsalseite in einen retuschierten Dorn, wie er bei Dornschabern üblich ist, und auf der linken Seite in einer ventral retuschierten Schabekante endet. Die Basis ist steil bearbeitet, die linke schmal auslaufende Lateralkante ist als Messerschneide alternierend retuschiert und liegt einem breiten Rücken gegenüber. Maße: 13,7 x 6,0 x 3,7 cm. Gewicht: 314 g


Typologische Merkmale - Stichel
Das Kennzeichen einer Stichel ist eine kurze und feste Spitze als Arbeitskante, die in der Regel durch einen senkrechten Schlag entsteht, mit dem ein Span gelöst wird. Ein zweiter Schlag, etwa in einem Winkel von 45° bis 75° ergibt die Stichelschneide an einem Ende, die quer zur Oberfläche steht. Der Stichel eignet sich im spanabhebenden Verfahren zum Bohren, Schaben, und Schnitzen in Knochen, Geweih oder Holz.


Text? 627 Stichel
Mittelstichel an klingenförmigen Abschlag mit präparierter Schlagfläche. Die beiden Stichelschläge liegen rechts und links der Mittelachse. Die beiden kurzen Terminalkanten sind dorsal- und ventralseitig retuschiert. Dorsalseite links mit Frostabsprung, stellenweise Wüstenlack und Korrosion. Maße: 6,6 x 4,2 x 2,7 cm. Gewicht: 68 g


Typologische Merkmale - Klopfstein
Klopf- oder Schlagsteine bestehen hier ausschließlich aus Sandsteinquarzit in rundlichen Formen. Sie wurden nach Form, Gewicht und Handlichkeit ausgesucht. Schlagsteine wirken durch direkten Schlag Stein auf Stein oder über ein Zwischenstück aus Knochen oder Geweih, um Abschläge zu erzielen. Sie eignen sich aber auch zum retuschieren, Farbstoffe zu pulverisieren, Samen zu zermahlen, hartschalige Früchte und Knochen zu zerschlagen.


Text? 51 Klopfstein
Modifizierter Kernstein, der durch Zielabschläge zwei gegenüberliegende abgeplattete Seiten als Griffführung hat. Zwangsläufig wird damit das rundliche Mittelstück zur Schlagfläche, an der auch an fast allen Stellen Schlagspuren sichtbar sind. An einer Stelle zeigt sich eine beginnende Korrosion. Maße: Ø ca. 9,5 cm. Gewicht: 754 g


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Artefaktbeispiele von Schmitshausen

Text? 2/4 A Amboss Haustein
Amboss/Haugerät, Grauwacke, Naturstück, als Amboß ruht das Stück auf einer ebenen Grundfläche. Die 4 glatten Seiten bilden eine Pyramidenform, wobei die Spitze links die kurze Arbeitskante bildet. Die längste Seite der Grundfläche ist die Haukante, die rechte Seite mit grober Retusche, die linke mit Gebrauchsspuren.

Maße: 19,0 x 25,0 x 13,9 cm. Gewicht: 5 200 g.


Text? 17/4 C Gezähntes Gerät
Gezähntes Gerät, Grauwacke, Abschlag, dreieckförmig,* *die Terminal- und ein Teil der rechte Lateralkante sind dorsal retuschiert, alle Oberflächen sind glatt und ohne Bearbeitungsspuren.

Maße: 7,6 x 9,2 x 6,5 cm. Gewicht: 198 g.


Text? 22/4 A Nasenschaber
Nasenschaber, Grauwacke, Abschlag, glatte Ventralseite, Nase an Terminalkante durch 2 dorsale Buchten, die an den Seiten mit abgerundeten Ecken enden, Dorsalseite links mit Grat, starker Wüstenlack.

Maße: 5,3 x 9,1 x 2,0 cm. Gewicht: 86 g.


Text? 63/4 A Bohrer
Bohrer, Abschlag, Grauwacke, Spitze abgenutzt, alle Oberflächen mit schwarzem Wüstenlack.

Maße: 6,7 x 5,3 x 2,5 cm. Gewicht: 66 g.


Text? 109/1 A Amboss
Amboss, Grauwacke, Naturstück, Ambosskante mit Aussplitterung, ebene Arbeitsfläche mit Bearbeitungsspuren.

Maße: 5,0 x 11,2 x 7,3 cm. Gewicht: 390 g.


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Artefaktbeispiele aus dem Bliesgau

Text? 5B Amboß/Klopfstein
(Vorderansicht) Quarzit-Geröllstein, bohnenförmig, in der Mitte und auf der Rückseite vertieftes Narbenfeld, an beiden Kopfenden leichte Klopfspuren, an breiterer Seite zwei Versuchsschläge. Farbe: braun.

Maße: 10,7 x 6,1 x 4,5 cm. Gewicht: 434 g.


Text? 104 B Chopper
(Vorderansicht) Quarzit-Geröll, bohnenförmig, Abschlag an der Schmalseite, ohne weitere Bearbeitung, ohne Gebrauchsspuren. Farbe: hellbraun.

Maße: 8,5 x 4,1 x 2,9 cm. Gewicht: 140 g.


Text? 85 B Faustkeil
(Vorderansicht) Quarzitsandstein, Naturstück, beide Oberflächen und Basis mit Rinde und Frostabsprüngen, alle Seitenkanten bearbeitet, obere Seite mit Schutzretusche, Hinweis auf untere Arbeitskante, Abschlagsfläche farbgleich mit Rinde. Farbe: rötlich-braun.

Maße: 10,9 x 7,8 x 4,8 cm. Gewicht: 378 g.


Text? 219 B Haustein
(Vorderansicht) Quarzit-Geröll, länglich schmal, das untere Ende als Arbeitskante mit Gebrauchsspuren z.T. ausgesplittert, am anderen Ende kleiner Abschlag mit Retuschen auf der Rückseite, kleine Löcher auf allen Seiten sind natürlichen Ursprungs, Abschlagfläche und Absplitterungen farbgleich mit Rinde. Farbe: braun-grau.

Maße: 11,2 x 4,8 x 3,3 cm. Gewicht: 242 g.


Text? 38 B Kernstein
(Vorderansicht) Quarzit-Geröll, rundliches Geröllstück mit mehreren Abschlägen aus verschiedenen Richtungen, farblich der Rinde angenähert, unten erhaltene Rinde. Farbe: dunkelbraun.

Maße: 5,1 x 4,8 x 5,3 cm. Gewicht: 186 g.


Text? 11 B Klopfstein
(Vorderansicht) Quarzit-Geröll, bohnenförmig, unteres Ende mit starken Aussplitterungen an der Seite, beide Kopfenden mit Klopfspuren und Aussplitterungen. Farbe: dunkelbraun.

Maße: 8,8 x 6,1 x 4,8 cm. Gewicht: 358 g.


Text? 212 B Messer
(Vorderansicht) Quarzit-Geröll, Abschlag, zerstörter SFR, gerade Arbeitskante ventral fein retuschiert, Ventralseite stimmt farblich mit der Dorsalseite überein. Farbe: dunkelgrau.

Maße: 4,6 x 7,4 x 3,0 cm. Gewicht: 100 g.


Text? 35 B Teststück
(Vorderansicht) Quarzit-Geröll, rundlich-oval, oben Probeschlag, in der Mitte Probeschläge mit Aussplitterungen, links am Rand Aussplitterung durch Schlag auf die Kante, keine weitere Bearbeitung. Farbe: braun.

Maße: 6,0 x 4,9 x 3,1 cm. Gewicht: 126 g.


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Artefaktbeispiele aus Mauer

Am 22.07.2007 fand ich in der Alten Sandgrube Grafenrain in Mauer, in einem Haufen ausgelesener Steine (Überkornhaufen), ein Chopping-tool aus quarzitischen Buntsandstein mit den Maßen: Höhe 17,0 x Breite 27,2 x Stärke 9,7 cm mit einem Gewicht von 4,3 kg. Nach Dr. Manfred Löscher stammen sie aus den unteren (oder oberen?) Sanden, den Schichten, in denen der Unterkiefer des Homo heidelbergensis gefunden wurde. Eine erste Begutachtung am gleichen Tag durch den Archäologen Prof. Dr. Clemens Eibner (Heidelberg) bestätigte meine Fundeinschätzung. Auch die Archäologen Prof. Dr. Lutz Fiedler (Marburg) und Dr. Karel Valoch (Brünn) erkannten das Stück als Artefakt an.

Dieser Fund ist insofern von großer Bedeutung, weil bisher nur Hornsteinartefakte in der Größenordnung von 4 bis 5 Zentimetern Länge gefunden wurden, nun aber erstmals ein schweres Arbeitsgerät aus Sandstein vorliegt. Ähnliche Geräte wurden vermutlich zwar schon vor 50 Jahren von dem Archäologen Alfred Rust entdeckt, aber man erkannte ihre Bedeutung nicht, weil man zu jener Zeit glaubte, dass aus Sandstein keine Werkzeuge hergestellt werden können. Man stufte sie daher als Geofakte ein, die im Flussbett des Neckars auf natürliche Weise entstanden sein soll. Alfred Rust fand etwa 130 Sandsteinartefakte, die er mit in seine norddeutsche Heimat nahm. Nach seinem Tode wurden die Artefakte von seinen Erben verkauft und sind daher unwiederbringlich verloren. Mit solchen Hau- oder Hackgeräten konnte man Knochen von Großsäugern aufschlagen, um an das nahrungsreiche Knochenmark zu gelangen oder sie dienten zum Spalten, Schlagen oder Hacken. Das gesamte Inventar des Homo heidelbergensis zeigen die Battenberger Funde.

Beschreibung
Ausgangsstück ist eine hellgraue Sandsteinplatte. Die ventrale Fläche ist natürlich, während ganzflächig Abschlagnegative die Dorsalseite bedecken, die von der Basis bis zur schmalen Arbeitskante die Oberfläche ausdünnen. Das wird besonders in der Seitenansicht deutlich. Die Arbeitskante ist in der Mitte leicht konkav, fällt nach rechts ab und weist 8 alternierende Retuschen auf. Die konkave Einbuchtung kann bei der Bearbeitung durch einen Materialfehler entstanden sein. Darauf weisen auf der Ventralseite ein Absprung und auch weitere feinere Rissbildungen hin. Aber auch eine Nachschärfung durch 2 Retuschen erscheint möglich. Die breite Basis verjüngt sich rechts und links zu den Lateralkanten mit stufenartigem Absprung auf der linken Seite. In der Mitte der Basis, zur Dorsalseite hin, befindet sich eine glatte Ausbuchtung, die der besseren Griffigkeit dient. Die Ventralseite ist unbearbeitet und zeigt in der unteren rechten Ecke zur Basis einen Absprung. Beide Lateralkanten sind von der Ventral- zur Dorsalseite abgeflacht. Kleinere und größere runde Löcher ( eins bis zu 14 mm) zeigen sich auf allen Seiten und können durch herausgelöste Kiesel entstanden sein. Sie sind aber typisch für den örtlichen Sandstein, dessen Merkmale auch am Rathaus von Mauer deutlich sichtbar sind.
Alle Kanten und Flächen weisen keine Verrundungen auf, wie sie entstehen, wenn ein Gesteinsstück im Wasser transportiert wird, auch die Retuschen sind gut ausgeprägt. Das bedeutet, dass das Stück in das Sandbett des alten Neckars gelangte und schon nach kurzer Zeit zugedeckt wurde, so dass es weitgehend geschützt war. Insgesamt ist das Stück in einem sehr guten Zustand und zeigt weder Patina noch Korrosion.


Bilder

Vorderansicht (a)
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Vorderansicht (b)
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Draufsicht
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Rückenansicht
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Druntersicht
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Drunter- und Vorderansicht (a)
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Drunter- und Vorderansicht (b)
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Linke Seite mit Rücken
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